Herbizidabbau in der Landwirtschaft - Standort38
11. August 2020
Forschung & Technologie

Herbizidabbau in der Landwirtschaft

Braunschweiger Forscher identifizieren im Zersetzungsprozess beteiligte Bakterien

Gemeinsam mit ihrem Team wies Dr. Başak Öztürk Bakterien nach, die Herbizide abbauen. Bild: DSMZ.

Die Mikrobiologin Dr. Başak Öztürk vom Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH in Braunschweig hat gemeinsam mit Forschern aus Belgien Bakterien identifiziert, die das Herbizid Linuron abbauen. Linuron ist ein selektives Herbizid, das das Wachstum von Unkraut gezielt durch die Hemmung der Photosynthese bekämpft.

In der EU ist die Chemikalie unter anderem aufgrund ihrer karzinogenen Eigenschaften verboten. In den USA und Kanada wird sie allerdings nach wie vor in der Landwirtschaft eingesetzt. Um die Kontamination des Grundwassers zu reduzieren, nutzen viele Betriebe sogenannte on-farm purification Systeme zur Aufreinigung des Abwassers. Öztürk und ihr Team wiesen erstmals die Beteiligung von Bakterien der Gattung Ramlibacter bei der Zersetzung des Pflanzenschutzmittels in dem on-farm purification system nach. Basierend auf dem Studiendesign konnten sie eine direkte Verbindung zwischen bestimmten Mikroorganismen und dem Herbizidabbau belegen. „Ich hoffe, dass die Aufklärung der Funktionsweise dieser on-farm purification-Systeme auch die deutschen Landwirte überzeugt, dass die Anschaffung dieser eigenen kleinen Kläranlage sinnvoll ist. Denn die Etablierung des BPS ist nicht kostenintensiv und benötigt auch nicht viel Platz. Und auch wenn wir hier in Deutschland kein Linuron einsetzen, so werden doch andere Herbizide ausgebracht, die negativen Einfluss auf das Ökosystem haben können“, so Öztürk.

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