15. Dezember 2014
Forschung & Technologie

Jahresrückblick 2014: Braunschweig verliert europäische Forschungskrone

Löwenstadt belegt Platz 2 in der Rangliste der forschungsintensivsten Regionen Europas

Die forschungsintensivsten Regionen Europas. (Quelle: eurostat)

Braunschweig ist eine der forschungsintensivsten Regionen Europas und tut einiges dafür, dass das so bleibt. Zwar gehört die europäische Forschungskrone nach den aktuellsten Zahlen von eurostat mittlerweile der Provinz Wallonisch-Brabant. 8,92 Prozent des Bruttoinlandsproduktes investierten die Belgier 2011 in Forschung und Entwicklung. Braunschweig ist mit 7,77 Prozent aber weiterhin nationaler Primus und liegt europaweit auf Rang 2. Aktuell befinden sich außerdem einige Forschungszentren im Bau oder sind bereits eingeweiht, die den Kooperationsgeist des Wissenschaftsjahrs 2007 weiter tragen. Schon damals hat die TU Braunschweig mit Unterstützung des Landes Niedersachsen und der Volkswagen AG das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) gegründet. Ende des Jahres ist der 60 Millionen Euro teure Neubau am Braunschweiger Forschungsflughafen fertig und soll internationale Spitzenforschung rund um das Thema Mobilität unter einem Dach bündeln. Auf dem ehemaligen Sportplatz am Wendenring, unweit von der Stelle, an der Lehrer Konrad Koch zum ersten Mal auf deutschem Boden Fußball spielen ließ, wurde am 9. September das Richtfest des Zentrums für Systembiologie (BRICS) gefeiert. Dort werden zukünftig Forscher der TU und des Helmholzzentrums für Infektionsforschung (HZI) gemeinsam auf die Jagd nach Mikroorganismen gehen. Um die kleinen Dinge des Lebens geht es auch beim geplanten Zentrum für Nanometrologie, das die TU zusammen mit der PTB betreiben wird. Hier steht die Grundsteinlegung genauso bevor, wie beim Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik. Etwas weiter ist man bereits auf dem Campus der Wolfsburger Autouni. Ab 2015 wollen die TU Braunschweig, die Volkswagen AG und 29 weitere Partner in der Open Hybrid Lab Factory den Leichtbau für die Massenproduktion im Auto bezahlbar machen. Insgesamt sind Investitionen in Höhe von rund 120 Millionen Euro und ein Arbeiten auf Augenhöhe geplant. Schließlich handelt es sich um eine Privat Public Partnership. Das ist in Deutschland bisher selten und macht die Forschungsfabrik auch über die Inhalte hinaus zu einem vielbeachteten Experiment. Selbst als Millionen von Menschen weltweit am 12. November per Livestream die erste Landung eines vom Menschen geschaffenen Objektes auf einem Kometen verfolgen, fiebern Wissenschaftler in Braunschweig mit. Denn sowohl bei der Entwicklung des Landers Philae als auch der Raumsonde Rosetta, die das kleine Labor rund 510 Millionen Kilometer bis zum Kometen Tschuri geflogen hatte, waren Wissenschaftler der TU Braunschweig und des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) beteiligt.

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