15. September 2017
Forschung & Technologie

Mobilitätsprofile von Wunstorf bis Mallorca

Das Institut für Verkehrsmanagement an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

Prof. Dirk Gunther Trost und Institutsmitarbeiter Dipl.-Ing. Andreas Kuhnert auf Ninebots. Foto: Kristina Krijom

Professoren auf Segways? Die findet man am Institut für Verkehrsmanagement der Ostfalia Hochschule in Salzgitter. Der Fokus des Instituts liegt auf der praxisnahen Verkehrs- und Mobilitätsforschung des modernen Verkehrsmanagements. „Dabei geht es zentral um den Technologie- und Wissenstransfer, zu dessen Zweck wir Kooperationen mit Industrie- und Wirtschaftsunternehmen sowie den Behörden pflegen“, erklärt Mitbegründer und Sprecher Prof. Dr. rer. pol. Dirk Gunther Trost, der gekonnt das akkubeladene Fortbewegungsmittel bewegt.

Sieben Professoren und acht Mitarbeiter bilden den Kern des Institutsteams; Gründungsmitglieder waren im Jahr 2007 die Professoren Thomas M. Cerbe, Reinhard Forst-Lürken, Wolf-Rüdiger Runge sowie Dirk G. Trost. Mittlerweile ergänzen die Professoren Hendrik Ernst, Christoph J. Menzel, Gerko Santel sowie als Honorarprofessor Sven Strube den Mitgliederkreis und Prof. Dr.-Ing. Reinhard Forst-Lürken schied aus Altersgründen aus. Das Team vereint ausgewiesene Praxiserfahrung im Straßen-, Schienen- und Luftverkehr und deckt so alle Facetten konventioneller Verkehrssysteme ab. „Wir haben das In-Institut gegründet, um Forschungsaktivitäten zu bündeln und uns Fragen rund um Verkehrsmanagement und -steuerung sowie neuen Mobilitätsformen zu widmen. Dabei interessieren wir uns für alles, was sich bewegt – vom Fußgänger über das Fahrrad bis hin zu Auto, Bus oder Bahn“, erklärt der gebürtige Hesse. Die Studierenden können wählen zwischen den Studiengängen Transport- und Logistikmanagement, Wirtschaftsingenieurwesen Verkehr, Logistik und Informationsmanagement sowie Personenverkehrsmanagement.

In den Laboren forscht man an Verkehrssteuerung, Verkehrsmanagement und Verkehrstelematik und widmet sich mit Hilfe fortschrittlichster Software der Verkehrsmodellierung und -simulation für den Straßen- und Schienenverkehr; aber auch Satellitennavigation, Radargeräte und Sensoren für die Erfassung von Fahrzeugen und Verkehrszuständen kommen zum Einsatz.  Expertise und die Ausstattung befähigen das Institut, Analysen, Studien und Gutachten sowie Beratungen durchzuführen. Auch Tagungen und Workshops zu ausgewählten Verkehrsthemen richtet man in Salzgitter aus, wie z. B. das jährlich stattfindende „Salzgitter Forum Mobilität“. Elektromobilität ist eine der Kernkompetenzen im Institut; laufende Projekte sind „Die Elektromobilität ist weiblich“, „Touristische Elektromobilität auf Mallorca“ und ab September „Mentoren als Erfolgsfaktor im (e)Carsharing“. „Uns interessiert das empirische Mobilitätsprofil, die Bedingungen und der Kontext, in dem E-Mobilität eingesetzt wird. Wir arbeiten aber auch Hand in Hand mit den Kommunen und führen zum Beispiel Verkehrsmessungen an Gefahrenstellen durch oder erstellen Akustikprofile an vielbefahrenen Strecken“ und Dr. Ing. Sonja Machledt-Michael erläutert: „Im Rahmen des Projektes ,Die Elektromobilität ist weiblich‘ verleihen wir Elektroautos und ein Pedelecs an Testfahrerinnen. Anschließend treffen sich die Frauen zum Erfahrungsaustausch; jemand vom Institut ergänzt den fachlichen Hintergrund. Statistisch gesehen entscheiden sich weniger Frauen als Männer für E-Autos. Wir helfen aktiv, mehr Frauen für Elektromobilität zu begeistern und bauen Berührungsängste ab.“

 

Auch interessant