und
17. Februar 2021
Kolumne

Was tut Dir gut?

New Work Eine Kolumne von Nadine Nobile & Sven Franke

Nadine Nobile und Sven Franke. Foto: Nils Hasenau.

Nadine Nobile und Sven Franke. Foto: Nils Hasenau.

Jens T., Teamleader:
In der Vergangenheit sind mein Team und ich nach der Weihnachtspause immer mit viel Energie ins neue Jahr gestartet. Ich hatte gehofft, dass uns die Pause zwischen den Jahren hilft, neue Kraft zu tanken. Doch leider fühlt es sich auch Mitte Januar noch so an, als steckten wir im alten Jahr fest. Uns allen fehlt es an Motivation – oder besser gesagt, uns fehlt schlichtweg die Energie. Wir fühlen uns abgeschlagen, sind schnell müde. Ein bisschen habe ich den Eindruck, wir stecken in einer kollektiven Depression.

Sven Franke: Was Du und Dein Team erleben, hören wir gerade von vielen Seiten. Die Pandemie und der Winter zollen ihren Tribut. Die Tage sind kurz und unser Aktionsradius ist deutlich geringer als in einem normalen Winter. Und so bewegen wir uns deutlich weniger, als wir das sonst tun würden. Die mangelnde Bewegung im Alltag sorgt dafür, dass unser Körper wie auch unsere Psyche runterfahren. Gekoppelt mit der fehlenden Perspektive, wann wir uns wieder unbeschwerter bewegen können, ist das eine fatale Mischung. Was wichtig ist, sich in dieser Situation keine Vorwürfe zu machen. Statt dessen gilt es anzuerkennen, was ist.

Nadine Nobile: Ja, für mich fühlt es sich manchmal an, als wäre aus meinem inneren Schweinehund ein ganzes Rudel geworden. Da kommt die eigene Selbstdisziplin sehr schnell an ihre Grenzen. Und es ist dazu völlig kontraproduktiv, wenn wir uns in der aktuellen Situation Druck machen. Stattdessen gilt es eine ganz andere Form der Selbstregulation zu stärken: unsere Selbstfürsorge. Wir dürfen erkennen, dass jede zusätzliche Bewegung uns gut tut und unsere Psyche stärkt. Das heißt, jede zusätzliche Bewegungseinheit sollten wir positiv bewerten. Auch dann, wenn dies unseren sportlichen Ansprüchen, die wir sonst an uns stellen, nicht genügt.

Sven Franke: Genau, unsere üblichen Ansprüche sind nicht pandemiekompatibel. Das sollte unser erstes Learning sein. Das zweite Learning, ist aus meiner Sicht, dass wir gerade herausfordernden Situationen nicht alleine meistern sollten. Die Unterstützung von Teamkollegen, der Familie und Freunden ist ein wichtiger Aspekt. Versucht es beispielsweise mit einer Team-Challenge und fördert dadurch hilfreiche Routinen. Und wenn es für den Anfang nur eine bewegte Pause von zehn Minuten ist. Oder sammelt gemeinsam Frischluft-Minuten und zählt die Minuten, die ihr draußen verbringt.

Nadine Nobile: Ja, die Möglichkeiten sind vielfältig unsere Gesundheit – körperlich wie psychisch – zu stärken. Ich mache aktuell einen digitalen Entspannungskurs bei einer Brauschweiger Yoga-Schule und hin und wieder bespreche ich meine persönliche Situation mit meinem Coach. Auch die Ernährung spielt für mich seit diesem Winter wieder eine größere Rolle. Bewusst Zeit zu nehmen, mein Essen zuzubereiten und nicht nur satt zu werden, bedeutet mir gerade sehr viel.

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