1. April 2013
Management & Trends

Das Internet, dein Karriere-Booster

Wie man online eine gute Figur macht

Online Reputation Management: (Un-)Sichtbarkeit im Netz. (Foto: US Army Corps of Engineers)

Wissen Sie, was ORM bedeutet? Nein?! Sollten Sie aber! ORM, Online Reputation Management, bezeichnet das strategische Veröffentlichen, die Überwachung und die Beeinflussung von Informationen über sich selbst im Internet. Das ist mitnichten ausschließlich eine Tätigkeit für professionelle Journalisten und Blogger, vielmehr ist es für jeden Menschen wichtig, der beruflich aufsteigen möchte oder eine Führungsposition innehält also eine quasi-öffentliche Person ist.

Das Managen der Online-Reputation heißt nicht, möglichst unsichtbar im Netz zu sein. Die richtige Information zur richtigen Zeit platziert kann eine viel größere Wirkung haben, als wenn nichts aufzufinden ist. Der erste Schritt, sein Image im Netz aufzupolieren, ist sich selbst googeln. Wer einen Überblick behalten möchte, wann, wo und in welchem Zusammenhang sein Name im Internet auftaucht, braucht nichts weiter, als regelmäßig seinen Namen in eine Suchmaschine einzugeben. Kritisch sind die ersten Seiten der Suchausgabe, viel weiter als bis Seite drei klickt nur jemand, der eine bestimmte Information sucht. Ist auf den ersten Seiten nichts zu finden, kann man das für gut befinden. Soll aber ein Online-Image aufgebaut werden, sollte der eigene Name unter den ersten Treffern aufzufinden sein. Das Auftauchen in Suchmaschinen kann durch die Zugehörigkeit in sozialen Netzen unterstützt werden. Weil Facebook, Xing, Google+ und ähnliche Dienste für Suchmaschinen besonders relevant sind, werden persönliche Profile weit oben angezeigt.

Soziale Netzwerke ein klingender Name. Wer hier angemeldet ist, kann sich mit Freunden aus der Kindheit, aus dem Studium oder der Firma vernetzen, kann Kontakte knüpfen oder aber sich mit seinem Chef befreunden. Obwohl Facebook seit fast zehn Jahren seinen Dienst anbietet, sind die Umgangsformen mit diesem Netzwerk noch immer nicht eindeutig definiert. Darf man das? Sich mit seinem Chef anfreunden? Oder umgekehrt: Darf man seinen Mitarbeitern Freundschaftseinladungen schicken? Hier ist es wichtig, seine Grenzen selbst zu definieren. Wofür will ich ein soziales Netzwerk nutzen? Für berufliche Zwecke ist Xing die sichere Wahl, aber auch Facebook und Google+ werden immer häufiger zum beruflichen Kontakthalten genutzt. Mit der Möglichkeit, seine Freunde in unterschiedlichen Listen zu organisieren, ist es möglich, dass die Freunde das Urlaubsbild am Strand sehen, die Kollegen oder Geschäftspartner aber den geteilten Artikel über das Wirtschaftswachstum in der FAZ.

Wer gewissenhaft mit seinen Veröffentlichungen umgeht, kann seinen Chef als geschäftlichen Kontakt zu seinem Profil hinzufügen. Böse Überraschungen aufgrund einer Unachtsamkeit sind aber nicht auszuschließen. Wie offline gilt auch online: Der Ranghöhere bietet die Freundschaft an. Niemals also dem Chef eine Freundschaftseinladung schicken, umgekehrt geht es aber durchaus. Der einfachste Weg, eine kontrollierte Internet-Präsenz aufzubauen, ist eine eigene Homepage oder ein eigener Blog. Die Königsdisziplin. Wer eine Domain unter eigenem Namen führt, kann dort all das veröffentlichen, was er der Welt mitteilen möchte. Das kann eine schlichte Seite mit Lebenslauf und beruflichem Werdegang sein, das kann ein Blog über das besondere Hobby sein oder es wird die eigene Abschlussarbeit veröffentlicht. Allerdings muss die eigene Seite immer aktuell gehalten werden, Blogger sollten mehrmals im Monat neue Inhalte einstellen. Das kostet Zeit und ist nur denjenigen zu empfehlen, die gerne schreiben und sich mit den technischen Voraussetzungen auskennen. Grundsätzlich gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Machen Sie sich früh Gedanken, wer was im Internet finden kann, und verhalten Sie sich online dementsprechend. Dann hilft das Internet in der Karriereplanung mehr, als dass es schadet.

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