3. März 2021
Impulse

My home is my office

Arbeiten von zu Hause

Das Abschalten am Abend fällt schwer, wenn die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen. Illustration: Kilda Gjini.

Die Zeiten, in denen das Zuhause der private Rückzugsort war, an den wir nach Feierabend zurückkehren, sind längst vergangen. Der Laptop auf dem heimischen Schreib- oder Küchentisch gehört bei vielen mittlerweile zum festen Inventar. Kein Wunder, dass Abschalten uns am Abend schwerfällt und die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben zunehmen verschwimmen. Wie viele Erwerbstätige letztes und Anfang dieses Jahr im Homeoffice arbeiteten, warum gerade Frauen dabei einen höheren Arbeitsaufwand haben und was wir gegen die sich langsam einschleichende Zoom-Fatigue tun können, zeigen aktuelle Studien …

Arbeit von zu Hause …

Illustration: vectorjuice/freepik.com.

Vor Ausbruch der Corona-Pandemie
bloß vier Prozent haben überwiegend oder ausschließlich zu Hause gearbeitet.
|
April 2020
27 Prozent der Befragten haben überwiegend oder ausschließlich von zu Hause gearbeitet.
|
Ende Juni 2020
rund 16 Prozent der Befragten überwiegend oder ausschließlich von zu Hause. 17 Prozent arbeiteten abwechselnd zu Hause oder im Unternehmen.
|
November 2020
Im „Lockdown Light“ haben nur 14 Prozent der befragten Erwerbstätigen überwiegend oder ausschließlich von zu Hause gearbeitet.
|
Januar 2021
Im Januar erreichen die Zahlen wieder das Niveau vom April im Vorjahr. Rund ein Viertel (24 Prozent) der Befragten arbeiteten von zu Hause aus.

Weiterhin Homeoffice
71 Prozent der befragten Erwerbstätigen gehen davon aus, dass Homeoffice in Zukunft weiter verbreitet sein wird.

Illustration: vectorjuice/freepik.com.

Kopf nicht frei bekommen
Die Wahrscheinlichkeit, nach dem Homeoffice abends nicht abschalten zu können, liegt bei 45 Prozent und ist somit mehr als doppelt so hoch wie bei Erwerbstätigen, die nie zu Hause arbeiten.

Kinderbetreuung
Mütter, die im Homeoffice arbeiten, haben drei Stunden mehr Betreuungszeit aufzuweisen als Mütter, die nicht von zu Hause arbeiten. Väter hingehen machen im Homeoffice mehr Überstunden und nehmen sich nicht mehr Zeit für die Kinder.

Work-Life-Balance
77 Prozent der Befragten sagen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird durch das Homeoffice erleichtert. 60 Prozent geben an, die Arbeit von zu Hause effektiver organisieren zu können. Ebenso 60 Prozent hingegen geben an, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit im Homeoffice verschwimmen.

Sorgearbeit
Im Homeoffice braucht es neue Regeln für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ebenso auch Anreize für eine gerechte Aufteilung der Sorgearbeit. Denn wer zu Hause arbeitet, muss hierfür mehr Zeit aufbringen. Der wöchentliche Zeitaufwand liegt im Schnitt bei Frauen bei 1,7 und bei Männern bei 0,6 zusätzlichen Stunden.

Flexible Arbeitszeiten
Wenn es einen Betriebsrat gibt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Betriebe flexible Arbeitszeitarrangements für Arbeitnehmer. mit Betreuungspflicht wie Gleitzeit und Homeoffice anbieten, um 13,9 Prozent.

Illustration: vectorjuice/freepik.com.

Kein Vertrauen
Die Hersteller von Überwachungssoftware verzeichnen derzeit hohe Zuwachsraten – denn in Zeiten von Homeoffice wächst bei vielen Vorgesetzten das Bedürfnis, die Mitarbeiter:innen zu kontrollieren.

Zoom-Müdigkeit
59,9 Prozent der Befragten verspüren Zoom-Müdigkeit. Diese verspüren 77,7 Prozent manchmal, 14,7 Prozent immer und 14,7 Prozent selten. Ganze 56,8 Prozent jedoch verspüren eine starke Zoom-Müdigkeit, 7,3 Prozent beschreiben sie als stark und 35,9 Prozent als weniger stark.

Anzeichen Zoom-Fatigue
Reduktion der Konzentration 85,6 %
Ungeduld 50,0 %
Genervt sein 50,0 %
Fehlende Balance 34,8 %
Kopfschmerzen 29,6 %
Erhöhte Reizbarkeit 28,8 %
Rückenschmerzen 28,0 %
Sehstörungen 22,8 %
Unwirsches Agieren gegenüber Mitmenschen 14,0 %
Schlafstörungen 13,6 %
Fahrigkeit 10,8 %
Gliederschmerzen 4,0 %
Magenschmerzen 2,0 %

Abhilfe bei Zoom-Fatigue
Begrenzung der Meeting-Zeit 77,7 %
Pausen (ca. zehn Minuten)
zwischen den virtuellen Meetings 72,2 %
Moderation der virtuellen
Meetings, die auch
humorvoll ist 55,7 %
Moderation der virtuellen Meetings, die alle Teilnehmer mit einbezieht 45,0 %
Stärkere Begrenzung der Teilnehmer in Meetings 40,2 %
Künstliche Pausen
(5 bis 10 Minuten) in den
virtuellen Meetings 37,5 %
Balance zwischen Video- und reinen Audio-Konferenzen zur Entlastung der Augen 37,5 %
Anpassung des Arbeitsplatzes
(richtiger Abstand zum Bildschirm, Helligkeits-Einstellung optimieren, Wechsel zwischen Sitz- und Stehposition, …) 34,9 %
Zeitslots für die Themenfelder im virtuellen Meeting 30,8 %
Tools, die einen „Together Mode“ anbieten / Schaffung einer Wahrnehmung, dass alle in einem Raum sitzen 30,0 %
Tools, die die Blickrichtung einer Person korrigieren / Attention Correction 15,5 %

Auch interessant