Newer Work - Standort38
5. Februar 2021
Impulse

Newer Work

Wandel in der Arbeitswelt

llustration: vectorjuice, freepik.com

Bereits bevor Covid-19 begann, unsere Wirtschaft und unser Privatleben zu beherrschen, waren die Weichen für einen Wandel in der Arbeitswelt gestellt. Neu sind die Gedanken hinter New Work also längst nicht mehr. Auf dem Weg ins neue Zeitalter der Arbeit haben sich durch die weltweite Corona-Pandemie nun viel mehr Hindernisse und Herausforderungen aufgetan, an die es sich anzupassen gilt. Mit den ein oder anderen (technischen) Startschwierigkeiten haben wir uns nach nun mehr fast einem Jahr an die „neue Normalität“ mit Homeoffice, Zoom-Meetings und Telefonkonferenzen gewöhnt. Wie sich die Pandemie auf die Arbeitswelt 2021 auswirkt und welche maßgeblichen Änderungen es in Unternehmen geben wird, zeigen aktuelle Studien und Prognosen, die wir für Sie gefunden, gelesen und ausgewertet haben …

Safety first
Um die Ansteckungsgefahr der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gering zu halten und eine möglichst sichere Rückkehr an den Arbeitsplatz gewährleisten zu können, werden Arbeitgeber die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr in den Fokus stellen.

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Bessere Beratung
Zu Beginn der Pandemie gab es weltweit mehr als 2.000 Gesetzesänderungen in Zusammenhang mit Covid-19, die Unternehmen bei der Einhaltung der Vorschriften Orientierung bieten sollen. 68 Prozent der befragten Arbeitgeber gaben an, Anleitungen zu staatlichen Hilfsprogrammen zu benötigen. Insgesamt sind die Forderungen der Arbeitgeber nach Beratung zur Compliance im Vergleich zu 2021 um 1.500 Prozent gestiegen.

Digitaler
In der Arbeitswelt 2021 werden sich die Unternehmen mehr auf ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Zugang zu Technologie konzentrieren. Um digitaler zu werden, benötigen Unternehmen zudem stabile Collaboration Tools, ein workflowbasiertes Dokumentenmanagement, digitale Raumbuchungssysteme und Datensicherheitskonzepte.

Resilient
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fühlen sich durch die Angst vor dem Virus, technische Schwierigkeiten und auch Einschränkungen bei der Kinderbetreuung vermehrt gestresst. 40 Prozent von ihnen geben an, bei der Arbeit zunehmend Stress zu verspüren. Gleichzeitig zeigt sich, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dadurch belastbarer fühlen und somit widerstandsfähiger werden.

Büro-WG
Ein höheres Ausmaß an Hybridarbeit und die Möglichkeit, die Arbeitszeit zu Hause und im Büro aufzuteilen, führt zu einer Umgestaltung der Büroflächen. So wird es für viele Unternehmen nicht mehr notwendig sein, für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter einen Arbeitsplatz bereitzustellen. Vielmehr wird sich die Gestaltung der Büros nach einer besseren Zusammenarbeit, Besprechungssituationen und sozialen Interaktionen richten und so mehr Wohnungen als traditionellen Büroräumen ähneln. Das Ziel ist das Entgegenwirken der potenziellen Einsamkeit, die sich durch das Remote Arbeiten zu Hause ergeben kann.

Diversity
Ein Thema, das die Arbeitswelt mitbestimmt, ist Diversity. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden vermehrt Vielfalt, Gerechtigkeit, Inklusion und eine Kultur der sozialen Verantwortung fördern. Das zeigt hierzulande nicht nur die Frauenquote in Vorständen; 2020 suchten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber beispielsweise 74 Prozent häufiger nach Daten über die kulturelle und ethnische Demografie der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, außerdem mit 42 Prozent auch vermehrt nach der geschlechtsspezifischen Demografie.

Flexibel
Mobiles Arbeiten wird sich weiter durchsetzen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer suchen vermehrt nach dynamischen Lösungen: 44 Prozent von ihnen haben seit Beginn der Krise offizielle Vereinbarungen zu flexibler Arbeit getroffen, vor der Krise waren es lediglich 24 Prozent. 65 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen ihren zukünftigen Möglichkeiten flexibel zu arbeiten optimistisch entgegen.

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Räume der Zukunft
Auch die Büroräume werden sich der neuen Arbeitswelt anpassen. Im Rahmen einer zunehmenden Flexibilisierung, agilerer Arbeitsweisen und der erforderlichen Kreativität, müssen sie sich verändern und die neue Unternehmens- und Arbeitskultur widerspiegeln. Ganz aufgegeben werden sie nicht, sind sie doch Raum für Begegnungen und Austausch, was wiederum essenziell für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist.

Vertrauens- statt Präsenzkultur
Unternehmen müssen sich für neue Arbeitsmodelle öffnen und dementsprechend eine neue Unternehmenskultur etablieren. So ist es wichtig, dass Unternehmen Führungskräfte dabei unterstützen, die Eigenverantwortung, -steuerung und -entscheidung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen.

Ausgebrannt
Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kamen im Jahr 2020 aufgrund der Krise und eines gleichbleibenden hohen Arbeitspensums an ihre persönliche Belastungsgrenze. Die Konsequenzen werden einige von ihnen in diesem Jahr tragen müssen – oft in Form eines Burnouts. Um damit einhergehende Abwesenheit, verminderte Motivation und Leistungsschwäche zu verhindern, müssen Unternehmen proaktive und maßgeschneidert Lösungen anbieten wie beispielsweise flexiblere Arbeitszeiten oder mehr Urlaubstage.

Quellen: Workforce View 2020 & Global Workplace Studie 2020 in ap-verlag.de, Great Place to Work in Personalwirtschaft, HR Journal – 3 Prognosen für unsere Arbeitswelt in 2021.

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