Who’s next? - Standort38
6. August 2020
Impulse

Who’s next?

Überalterte Chefetage

Illustration: alisa_rut/Adobe Stock.

Das Thema Unternehmensnachfolge gewinnt immer mehr Aufmerksamkeit. Und das auch zu Recht: Denn spätestens in fünf Jahren sind 70 Prozent der deutschen Führungskräfte und Inhaber über 55 Jahre alt – eine Nachfolge steht also vor der Tür. Lesen Sie hier, auf welche Schwierigkeiten Senior-Unternehmer, aber auch Übernahmeinteressierte im Nachfolgeprozess stoßen, wer im Regelfall das Unternehmen übernimmt und wie viele KMU bis Ende dieses Jahres einen Generationswechsel planen …

Alte deutsche Chefs
Ganze 51 Prozent aller Unternehmensführer sind heute älter als 55 Jahre. In fünf Jahren wird der Anteil der Inhaber und Führungskräfte in Deutschland, die über 55 Jahre alt sind, auf 70 Prozent steigen. Somit steigt der Anteil der KMU in Deutschland, in denen eine Nachfolge nötig ist, bis 2025 auf rund 70 Prozent.

227.000 deutsche Mittelständler …
… suchen bis Ende 2020 einen Nachfolger. Dabei stellen sich mit 59 Prozent immer mehr Unternehmer dem bevorstehenden Generationswechsel frühzeitig. Das Thema Nachfolge hat also an Aufmerksamkeit gewonnen.

Wer übernimmt?
Fast zwei Drittel der befragten Mittelständler, die eine Nachfolge für Ende 2020 planen, haben die Nachfolge schon gesichert oder aber führen konkrete Verhandlungen mit ihrem Nachfolger. So ist für rund 141.000 kleine und mittlere Unternehmen bereits absehbar, wer das Unternehmen weiterführen wird.

Nicht nur eine unternehmens­interne Frage
Die 227.000 Unternehmen erwirtschaften einen Gesamtumsatz von rund 283 Milliarden Euro und sind Arbeitgeber von fast zwei Millionen Erwerbstätigen. So ist die Nachfolge nicht nur unternehmensintern, sondern auch volkswirtschaftlich von großer Bedeutung.

Kurzfristige Nachfolge
Vier von fünf (182.200 Mittelständler) der kurzfristigen Nachfolgeplaner gehören zu den Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten. Mit 184.000 KMU gehört ein noch größerer Anteil auf der kurzfristigen Suche nach einem Nachfolger zur Dienstleistungsbranche.
Das Baugewerbe weist mit rund 4 Prozent den geringsten Teil einer anstehenden Nachfolge in den kommenden zwei Jahren aus, im FuE-intensiven verarbeitenden Gewerbe sind es mit 9,6 Prozent fast doppelt so viele und in großen KMU mit mehr als 50 Beschäftigten planen 9,4 Prozent eine kurzfristige Nachfolgeregelung.

Interesse steigt
Im Jahr 2018 suchten 26.959 Nachfolge-Interessierte ihre IHK auf – sieben Jahre vorher waren es noch 17 Prozent weniger.

Nachfolger im Osten knapp
Vor allem in den neuen Bundesländern haben Senior-Unternehmer Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Nachfolger. 54 Prozent hatten 2018 bei ihrem ersten Besuch bei der IHK noch keinen Nachfolger in Aussicht.

Beliebte Industrie
45 Prozent der Nachfolgeinteressierten wollen einen Industriebetrieb übernehmen.

Welche Nachfolgeregelung für das eigene Unternehmen am erfolgsversprechendsten gehalten wird …

Nachfolge-Hilfe in der Region

Regionalpool

„Unternehmens­nachfolge“ der Allianz für die Region
www.allianz-fuer-die-region.de
Die Allianz für die Region bietet mit dem Regionalpool „Unternehmensnachfolge“ die Möglichkeit, Unternehmer und potenzielle Nachfolgekandidaten in Kontakt zu bringen. Das Angebot richtet sich sowohl an Unternehmer, die einen Nachfolger suchen, als auch an diejenigen, die sich selbstständig machen möchten und ein passendes Unternehmen suchen. Nach dem gegenseitigen Kennenlernen, Sondierungsgesprächen und Coachings unterstützt die Allianz für die Region in Kooperation mit den Arbeitgeberverbänden, Kammern und Kommunen den Nachfolgeprozess.

nexxt-change
www.nexxt-change.org
Nexxt-change als Internetplattform des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, der KfW Bankengruppe, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands bringt nachfolgeinteressierte Unternehmer und Existenzgründer zusammen. Sie werden von den Regionalpartnern betreut, die Ihre Inserate einstellen und bei der Kontaktvermittlung unterstützen.
Regionalpartner von nexxt-change:

Handwerkskammern des Zentralverbands des Deutschen Handwerks
Industrie- und Handelskammern
Volksbanken und Raiffeisenbanken des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken
Sparkassen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands
Beratungsunternehmen der genossenschaftlichen Bankengruppe, der Sparkassen-Finanzgruppe und der Handwerksorganisation Wirtschaftsfördergesellschaften des Deutschen Verbands der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften. e.V.
RKW-Landesorganisationen

QUELLEN: Statista 2020, KERN-Studie zur Unternehmensnachfolge 2020, KfW Research Nachfolge-Monitoring Mittelstand – Planungen stabil auf hohem Niveau 2019, DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2019

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