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Standort38 und Trendence präsentieren das erste exklusive Arbeitgeberranking für die ganze Region

Bekanntheit hilft, macht allein aber keinen Arbeitgeber attraktiv

Marken sind Imageträger und können die durch sie erzeugte Öffentlichkeit auf das zugehörige Unternehmen übertragen. Aber nicht immer lässt sich diese Bekanntheit auch gleichbedeutend in eine Anziehungskraft als Arbeitgeber ummünzen. Das zeigen regionale Beispiele wie das Braunschweiger Modelabel New Yorker, die Wolfsburger Friseur-Kette Klier oder Pelikan in Peine-Vöhrum. Alle drei Unternehmen sind durch ihre B2C-Aktivitäten einer relativ breiten Öffentlichkeit bekannt (New Yorker Platz 7, Klier Platz 19, Pelikan Platz 50), können diese Platzierungen aber bei der Attraktivität nicht halten (New Yorker Platz 16, Klier Platz 86, Pelikan Platz 80).

Banken und Sozialunternehmen haben es schwer

Dieser Zusammenhang lässt sich nicht nur für Einzelunternehmen, sondern auch ganze Branchen herstellen. So erreichen etwa die regionalen Banken durchweg gute Bekanntheitswerte, aber keines der Institute schafft es bei der Attraktivität unter die ersten 30 Plätze. Vor einer ähnlichen Herausforderung stehen Unternehmen, die im medizinischen oder sozialen Sektor aktiv sind, wie das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Gifhorn oder die verschiedenen Kliniken in der Region. Fünf von ihnen landen in den Top 30 bei der Bekanntheit, aber für keines der Unternehmen reicht es zu einer Platzierung auf den ersten 30 Plätzen im Attraktivitäts-Ranking. Immerhin zeigen das AWO Psychiatriezentrum in Königslutter, die Evangelische Stiftung Neuerkerode sowie das Städtische Klinikum in Braunschweig als bestplatzierte Branchenvertreter, dass man sich dennoch positiv abgrenzen kann.

IT, Industrie und Forschung ziehen viele Bewerber an

Vorn tummeln sich vor allem Industrieunternehmen, IT-Dienstleister und mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, dem Bundesamt für Strahlenschutz, der TU Braunschweig sowie der Ostfalia zwei Hochschulen sowie drei Forschungseinrichtungen. So schaffen es beispielsweise der Gifhorner Ingenieurdienstleister IAV (Rang 7) und der im gleichen Ort ansässige IT-Dienstleister Hönigsberg & Düvel (Rang 9) in die Top Ten der Unternehmen, die ihre Bekanntheit besonders gut in eine Bewerbungsabsicht umwandeln können. Auch die GOM GmbH fällt in diese Kategorie. Die TU-Ausgründung ist in der Region noch relativ unbekannt (Platz 77), allerdings als Arbeitgeber besonders attraktiv, sodass ein großer Anteil der Menschen, die den Hersteller optischer Messtechnik kennen, sich auch eine Bewerbung vorstellen können (Platz 14 Attraktivität).

Die Region ist repräsentativ und doch anders

Insgesamt lassen sich damit wesentliche Trends des nationalen Arbeitsmarkts auch auf die Region übertragen. KMUs haben es im Konzert der Konzerne schwer, auf sich und die eigenen Vorzüge aufmerksam zu machen. Das trifft gerade auf Unternehmen zu, die beispielsweise als Zulieferer im B2B-Geschäft aktiv sind und so zumindest durch ihre Produkte in der Öffentlichkeit keine große Bekanntheit erlangen. Bei den Attraktivitätswerten gelingt es am ehesten Branchenvertretern aus der Industrie und IT zu überzeugen, denn sie bieten bezogen auf wesentliche Merkmale, wie das Gehalt oder flexible Arbeitszeitmodelle besonders überzeugende Rahmenbedingungen.

Neben dieser Repräsentativität der Region zwischen Harz und Heide, werden im Ranking aber auch die Eigenheiten deutlich. Denn ein Wirtschaftsraum charakterisiert sich in erster Linie über die Unternehmen, die in ihm agieren. Besonders auffällig ist neben der Dominanz des Volkswagenkonzerns der Branchenmix aus Industrie, IT, Banken und Forschungseinrichtungen auf den vorderen Plätzen.

Ein Ranking und noch viel mehr

Neben den Fragen, die in das hier präsentierte Ranking mündeten, gab es noch eine ganze Reihe anderer – zum Beispiel zur Zufriedenheit mit den eigenen Vorgesetzen, den wichtigsten Kriterien für die Wahl eines Arbeitgebers oder der Attraktivität der Region als Lebensmittelpunkt. Das daraus resultierende exklusive Datenmaterial werden wir gemeinsam mit unserem Forschungspartner Trendence in den kommenden Wochen auswerten, inhaltlich anreichern und in mehreren Teilen in den kommenden Ausgaben von Standort38 veröffentlichen. Seien Sie also gespannt, die Vermessung der Wirtschaftsregion 38 ist noch längst nicht beendet.

Knapp 2.000 Teilnehmer, die mehrheitlich in der Region 38 arbeiten, studieren oder zur Schule gehen, haben in den vergangenen drei Monaten an der Befragung teilgenommen. Mehr als 1.000 Datensätze waren vollständig und sind in das Ranking eingeflossen. Das führt zu belastbaren Ergebnissen.
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