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10. Dezember 2015
uncategorized

Das Geschäft des Jahres! (3/5)

Die besinnliche Zeit ist für den regionalen Einzelhandel eine goldene. Doch die Konkurrenz aus dem Netz wächst

Die Porschestraße, in Wolfsburg, benannt nach Ferdinand Porsche, von 1938 bis 1945 VW-Hauptgeschäftsführer. (Foto: WMG)

Obwohl die Arbeiterstadt infolge der historischen Entwicklung nicht als klassischer Handelsstandort angelegt wurde, hat sich Wolfsburg zum Wirtschaftsmotor mit ausgewogenem Branchenmix entwickelt. Die steigenden Umsatzzahlen im Einzelhandel sind der zentral gelegenen Einkaufsmeile in der Porschestraße und denen im Jahr 2007 eröffneten Designer Outlets zu verdanken, die einen enormen Beitrag zur Attraktivität der Stadt leisten. Jährlich über zwei Millionen Besucher bevölkern das 16.000 Quadratmeter große Einkaufszentrum, das inzwischen rund 16.000 preislich reduzierte Markenartikel von über 70 Herstellern anbietet. Als erstes innerstädtisches Designer Outlet- Center in Deutschland zieht Wolfsburg damit auch überregionales Publikum an. „Die Besucherzahlen sind kontinuierlich gestiegen und auch bei den Umsätzen konnten wir immer ein Plus zum Vorjahr verzeichnen“, berichtet Center Manager Michael Ernst. Auch wenn das Einkaufszentrum als Triebfeder für den regionalen Einzelhandel fungiert, setzt Holger Stoye, Geschäftsführer der Wirtschaft und Marketing GmbH, auf den Ausbau der Innenstadt. Weitere Fördermaßnahmen sollen der jungen Stadt helfen „nachhaltige und zukunftsfähige Einzelhandelsstrukturen zu etablieren“. Die gesamte Entwicklung sieht Stoye dabei positiv: „Wir beobachten eine steigende Nachfrage.“


Michael Ernst Center Manager Designer Outlets Wolfsburg. (Foto: Designer Outlets Wolfsburg)


Herr Ernst, wie hat sich das DOW in den vergangenen Jahren entwickelt?

2014 war das stärkste Jahr seit der Eröffnung im Jahr 2007 das ist natürlich auch auf die Neueröffnung des zweiten Bauabschnittes zurückzuführen. Die Besucherzahlen sind kontinuierlich gestiegen: 2011 haben wir die 1,5 Millionen Besuchergrenze erstmals überschritten. 2013 hatten wir schon knapp über 1,8 Millionen Besucher und das Jahr 2014 haben wir mit deutlich über 2 Millionen Besucher abgeschlossen. Auch bei den Umsätzen konnten wir immer ein Plus zum Vorjahr verzeichnen.


Was erwarten Sie für dieses Jahr?

Es wird spannend, da wir erst dieses Jahr Vergleiche zum Vorjahr ziehen können. Wir hatten einige Neueröffnungen, die später kamen, wie zum Beispiel die Michael-Kors-Eröffnung im April und die Norddeutschland-Premiere von Abercrombie & Fitch im Juli. Die ersten Wochen im Jahr 2015 sahen positiv aus, aber wir müssen am Ball bleiben und werden dies auch tun!


Getreu dem alten Fußballmotto: Ist nach der Erweiterung vor der Erweiterung? Gibt es Pläne für weitere Ausbauten?

Schönes Motto! Ja, es gibt weitere Pläne zur Erweiterung. Erst einmal werden wir aber die Phase II entwickeln, da letzte Mieter wie z.B. Calvin Klein und Superdry erst im Herbst 2014 eröffnet haben. Die Planungen für eine dritte Bauphase existieren bereits und werden demnächst sicherlich intensiviert.

Ein anderes Bild zeichnet sich in Salzgitter. Die kreisfreie Stadt bildet mit den Städten Braunschweig und Wolfsburg eines der neun Oberzentren des Landes, in dem zurzeit 101.475 Menschen leben (Stand: 31. März 2015). Der Stahlindustrie-Standort hat ernsthaft mit dem strukturellen Leerstand der Stadt zu kämpfen. Salzgitter brauche dringend innovative Entwicklungskonzepte, um den Abwärtstrend aufzuhalten, betont Daniel Fiedler, Citymanager der Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH.


Daniel Fiedler Citymanager der Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH. (Foto: Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH)


Herr Fiedler, welche Probleme sehen Sie in Salzgitter?

Auch wenn sich die Anzahl der innerstädtischen Leerstände seit einigen Jahren nahezu auf einem gleichbleibenden Niveau befindet, stellt der strukturelle Leerstand sicherlich eines der zentralen Probleme in Salzgitter dar.


Wie gehen Sie dagegen vor?

Wir versuchen den Problemfeldern in Salzgitter beispielsweise mit Hilfe des Einzelhandelsentwicklungskonzepts und eines strategischen Leerstandsmanagements langfristig und nachhaltig zu begegnen. Zudem bedienen wir uns einem Instrumentenmix aus konkreten Förderangeboten, Existenzgründungsberatungen, Marketingaktivitäten und vielen mehr, um eine Verbesserung der Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Innenstädte zu erreichen.


Welche Veränderungen zeichnen sich für die kommenden Jahre ab?

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels im Einzelhandel sowie der demografischen Veränderung und der damit verbundenen Nachfolgeproblematik drohen die Problemfelder der Leerstandsbekämpfung in Zukunft noch größer zu werden. Umso wichtiger und erfreulicher ist die Entwicklung, welche sich aktuell in der Innenstadt von Salzgitter-Lebenstedt vollzieht.


Sie sprechen damit den „de Jong“-Bau an. Was erhoffen Sie sich davon?

Das Großprojekt des Braunschweiger Investors Helmut de Jong in Salzgitter- Lebenstedt sorgt für enormes Aufsehen. Bei diesem Projekt wird ein Großteil der dortigen Innenstadt grundhaft neugestaltet und -bebaut. Die neuen Ankermieter (unter anderem H&M, Esprit, Douglas) sorgen aufgrund ihrer Anziehungskraft für eine Steigerung der Passantenfrequenz. Durch diese positiven Effekte können Leerstände wieder eine Nutzung finden, sodass sich die Abwärtsspirale stoppen lässt.

 

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Das Geschäft des Jahres! – Die besinnliche Zeit ist für den regionalen Einzelhandel eine goldene. Doch die Konkurrenz aus dem Netz wächst (4/5)

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