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10. Dezember 2015
uncategorized

Das Geschäft des Jahres! (4/5)

Die besinnliche Zeit ist für den regionalen Einzelhandel eine goldene. Doch die Konkurrenz aus dem Netz wächst

Die in den letzten Jahren aufgewertete Gifhorner Innenstadt bietet 170 Fachgeschäfte und Kaufhäuser. (Foto: Südheide Gifhorn)

Die Stadt an der Lüneburger Heide punktet durch alte Fachwerk- und Barockbauten aber ihr altertümlicher Charme hat nicht nur Vorteile: Die meisten Gebäude in Gifhorns Innenstadt sind aufgrund ungünstiger Strukturierung für den Einzelhandel nur bedingt nutzbar. Auch die Anforderungen an den Denkmalschutz stellen eine kostspielige Hürde dar. Die unflexible städtebauliche Substanz sei eine große Herausforderung für den Ausbau der Einzelhandelsstruktur, betont Walter Lippe, erster Stadtrat. Im Zentrum habe sich aber dennoch ein Branchenmix bewährt, der mit der regionalen Konkurrenz mithalten kann. Zu einer positiven Entwicklung hat demnach auch der Bau eines Einkaufszentrums beigetragen. Zentrale Einkaufsmeile soll aber weiterhin die von historischen Fachwerkfassaden geprägte Fußgängerzone in der Altstadt bleiben.


Walter Lippe Erster Stadtrat Gifhorn. (Foto: Privat)


Herr Lippe, wie bewerten Sie die aktuelle
Lage des Einzelhandels in Gifhorn?

Bedingt durch die Fertigstellung eines großflächigen Einzelhandelszentrums mit Technikmarkt und vielem mehr ganz in der Nähe der Innenstadt ist die Entwicklung als positiv zu bezeichnen. Diese neuen Anbieter auf hohem Qualitätsniveau sorgen für zusätzliche Kundenfrequenz, auch in der Innenstadt.


Welche zukünftige Entwicklung sehen Sie
für Gifhorn?

Nach Verabschiedung des Einzelhandelskonzeptes im Jahre 2011 ist eine Beruhigung der Anfragen an den Stadträndern und somit auf der sogenannten „grünen Wiese“ zu verzeichnen. Die Investoren wissen, dass Förderungen des Einzelhandels in Gifhorn ausschließlich in der Innenstadt erwünscht sind. Solange die Stadt von dieser Planungshoheit so konsequent weiterhin Gebrauch macht und damit die attraktive Fußgängerzone im Zentrum gewissermaßen schützt, habe ich keine Sorge um den Einzelhandelsstandort Gifhorn.

Die Geschäfte der Helmstedter Innenstadt haben mit der Konkurrenz aus benachbarten Oberzentren und Handelsansiedlungen außerhalb der Stadt zu kämpfen. Die zunehmende Filialisierung belastet zudem den klassischen Einzelhandel in der 23.000-Einwohner-Stadt. „Der Branchenmix in der Helmstedter Innenstadt ist durchaus verbesserungswürdig“, fasst Claudius Traumann, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes, die aktuelle Situation zusammen. Es fehlen vor allem Spielwaren und Elektroartikel. Aufgrund der Wettbewerbsbedingungen werde es in Zukunft schwierig, die Qualität des Branchenmix zu erhalten beziehungsweise zu verbessern.


Claudius Traumann Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Helmstedt. (Foto: Privat)


Herr Traumann, Helmstedt hat unruhige Jahre hinter sich. Wie haben Sie das erlebt?

Die letzten Jahre waren geprägt vom Widerstand des Helmstedter Einzelhandels gegen die Errichtung eines Outlet-Centers am Stadtrand. Problematisch ist zudem, Nachmieter für freiwerdende Handelsflächen und schon länger leer stehende Objekte in den B-Lagen zu finden.


Mit welchen weiteren Schwierigkeiten kämpfen Sie am Standort?

In Helmstedt werden zu viel Handelsansiedlungen mit innenstadtrelevantem Sortiment außerhalb der Innenstadt, also auf der „grünen Wiese“, zugelassen. Zwar gibt es seit 2007 ein Einzelhandelsentwicklungskonzept, das allerdings nicht durch die Verwaltung und den Rat der Stadt Helmstedt in die Bauleitplanung integriert wurde. Dem vorhandenen und zukünftigen Handel kann so keine Planungssicherheit gegeben werden.


Welche Entwicklung zeichnet sich für die kommenden Jahre ab?

Durch die aktuelle Handelspolitik der Stadt wird sich die Situation für den Handel in der Helmstedter Innenstadt nicht verbessern. Es werden weitere Ansiedlungen am Stadtrand erfolgen. Die Folgen: Leerstände, Verfall, Kundenverluste und Investitionsrückgänge in der Innenstadt.

 

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Das Geschäft des Jahres! – Die besinnliche Zeit ist für den regionalen Einzelhandel eine goldene. Doch die Konkurrenz aus dem Netz wächst (5/5)

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