Peines Wirtschaft im Wandel (4/4)

Von der Stahltradition zur modernen Industrie

Stadtwerke Peine: In diesem Jahr feiert das Traditionsunternehmen sein 150-jähriges Jubiläum. (Foto: Stadtwerke Peine)

Volksbanken haben sich ja bekanntlich das Image gegeben, den Weg freimachen zu können. Ganz in diesem Sinne entwickelt sich die Fusion der Volksbanken Vechelde-Wendeburg mit der Volksbank Helmstedt und der Volksbank Wolfenbüttel-Salzgitter. Seit Herbst 2014 führten die Vorstände der drei Volksbanken intensive Gespräche über eine mögliche Kooperation mit dem anschließenden Ziel einer Verschmelzung. Die beteiligten Banken haben inzwischen das Votum ihrer General- und Vertreterversammlungen, um „die im Rahmen der Kooperation folgende enge Zusammenarbeit und Abstimmung  in einer Verschmelzung der drei Volksbanken münden“ zu lassen. Auf diesem Wege entsteht ein neues Institut mit einem Bilanzvolumen von etwa 1,7 Milliarden  Euro und fast 500 Mitarbeitern. Auch angesichts einer überdurchschnittlichen Eigenkapitalausstattung erwarten die Verantwortlichen ein Wachsen am Markt.

Damit reicht der Einfluss des Geldhauses über den Landkreis Peine hinaus in die Stadt Salzgitter sowie die Landkreise Wolfenbüttel, Helmstedt und Börde hinein. Mit derzeit 37 Filialen und weiteren 17 Selbstbedienungs-Zentren will die neue Volksbank weiter in der Fläche vertreten sein. Mit der Zustimmung der jeweiligen Vertreterversammlungen in Peine sowie in Wolfsburg verschmelzen die beiden Genossenschaftsbanken noch im laufenden Jahr – sogar rückwirkend zum 1. Januar 2016. Alle 48 Filialen sollen unverändert erhalten bleiben.

Grund zur Freude gab es zudem in der Kreissparkasse Peine. Allerdings war die Jubiläumsfeier zum 150-jährigen Bestehen, das jüngst in der Ilseder Gebläsehalle gefeiert wurde, vorerst die letzte der Kreissparkasse. Denn auch die Kreissparkasse Peine hat einen strategischen Partner gefunden und wird wie die Sparkasse Goslar/Harz am 1. Januar 2017 von Hildesheim übernommen. Nach der Fusion zur Sparkasse Hildesheim Goslar Peine bildet sich die drittgrößte Niedersachsens, mit einer gemeinsamen Bilanzsumme von sieben Milliarden Euro. Auch bei diesem Zusammenschluss geht es um sichere Perspektiven für Mitarbeiter und Kunden. Vorstandsvorsitzender Jürgen Hösel spannte beim Jubiläum deshalb voller Zuversicht den Bogen vom Gründungsjahr 1866 bis 2017. Der Name des Geldhauses habe sich in der Geschichte mehrfach geändert, von der „Sparcasse der Gemeinden des Amtes Peine“ zur „Sparkasse des Kreises Peine zu Peine“. Im Februar 1936 fusionierte die Stadtsparkasse Peine durch Erlass des Preußischen Staatsministeriums mit der Kreissparkasse. „Das Geschäftsgebiet änderte sich, die Produkte, die Kundenwünsche. Aber eines ist immer geblieben: Der Bezug zum Geschäftsgebiet und den Menschen, die hier leben – Sparkasse bleibt Sparkasse“, bekräftigte Vorstandsvorsitzender Hösel. Der Peiner Landrat Franz Einhaus, gleichzeitig Verwaltungsratsvorsitzender der Kreissparkasse, sieht in der Fusion den einzig richtigen Weg der Zukunftssicherung. Für die Kunden im Peiner Land, wie auch für Mitarbeiter.

Mit den genannten Standortvorteilen sowie einer großen Lebensqualität ist der Landkreis Peine und die Stadt zudem ein attraktiver Wohnort. Die Pendlerströme in Richtung Wolfsburg, Hannover, Hildesheim, Salzgitter und Braunschweig laufen in der Regel über gut ausgebaute Bundesstraßen oder die Autobahn 2. So gehört der Ostkreis längst zum Braunschweiger Speckgürtel, locken die Bau- und Gewerbegebiete in Broistedt und der übrigen Gemeinde Lengede sowohl Betriebe als auch Bürger aus dem nahen Salzgitter an. Pluspunkte der Peiner Nachbarn sind eine funktionierende Infrastruktur in den Zentren der Gemeinden und gute Dorfgemeinschaften. Gerade im Ostkreis laden zudem die Wasserwege des Mittellandkanals und des Stichkanals auch zu Radtouren oder anderen Exkursionen ein. So verbinden sich wirtschaftlich wichtige Verbindungen mit Naherholung. Das Peiner Land hat eben einiges zu bieten.

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