Standpunkt38 (3/5) - Standort38
1. März 2014
uncategorized

Standpunkt38 (3/5)

Braunschweigs OB-Kandidaten im wirtschaftlichen Check

Das braunschweiger Rathaus (Foto: Stadt Braunschweig/Gisela Roth)

Alles dreht sich um das Zentrenkonzept.

Viel wurde zuletzt auch über den Braunschweiger Einzelhandel gestritten: Wie kann der Standort Innenstadt attraktiv gehalten werden, wenn parallel eine Vielzahl von neuen Geschäften in den Vororten und an anderer Stelle, wie im neuen BraWo-Park oder an der alten Heinrich- der-Löwe-Kaserne, eröffnen soll? Und wie ist es um die grundsätzliche Versorgung der äußeren Stadtteile bestellt? Um diesen Streitfragen aus dem Weg zu gehen, fordert CDU-Spitzenmann Hennig Brandes eine „verlässliche Festlegung der Sortimente, die der Innenstadt vorbehalten bleiben“, im Rahmen des Zentrenkonzepts. Zugleich sollen „Stadtteilzentren und Geschäfte mit einer wohnortnahen Nahversorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs (Lebensmittel) gesichert und entwickelt werden, in denen es keine zentrenschädlichen Anbieter geben darf“.

Sozialdemokrat Ulrich Markurth verlangt zwar auch eine Sicherung des Angebots des täglichen Bedarfs in allen integrierten Wohnquartieren, macht sich aber besonders für die Innenstadt stark: „Braunschweig ist die Einkaufsstadt der Region.  Dies gilt es, nachhaltig zu sichern. Die Weiterentwicklung unserer attraktiven Innenstadt bedeutet: Erhalt als Wohn- und Arbeitsort, kulturelles Zentrum und eben Einkaufszentrum. Nur eine attraktive Innenstadt sichert die regionale Bedeutung als Oberzentrum und hat Strahlkraft für Braunschweig als Lebens-, Arbeits-, Tourismus- und Tagungsort.“ Auch Holger Herlitschke von den Grünen fordert eine Sicherung der Versorgung der Stadtteile mit den täglichen Bedarfsangeboten, nicht zuletzt  die Ansiedlung des ECE-Centers in der Innenstadt habe langfristige Auswirkungen auf den Einzelhandel und müsse gerade mit Blick auf das westliche Ringgebiet genau beobachtet werden.

Für Bau- und Gartenmärkte und andere Anbieter von Gütern des nichttäglichen Bedarfs fordert er eine eindeutige Auslagerung in Gewerbegebiete außerhalb der Innenstadt. Ein Punkt, der Udo Sommerfeld von den Linken zu Kritik verleitet: Seiner Meinung nach sind sowohl Innenstadt als auch die Stadtteile bereits gut aufgestellt, und um diesen Status zu erhalten, dürften bestimmte Waren nur in der Innenstadt verkauft werden: „Der Beschluss, auf dem Gebiet der Heinrich-der-Löwe-Kaserne auch den Verkauf zentrenschädlicher Waren zu ermöglichen“, sei demnach „ein schwerer Fehler.“ Dr. Wolfgang Büchs von der BIBS sieht ebenfalls noch Korrekturbedarf im Zentrenkonzept: Inhabergeführte Geschäfte sollten hier einen besonderen Schutz erhalten, sonst drohe die Innenstadt langfristig an Attraktivität zu verlieren. Ferner sollten auch Kriterien der Aufenthaltsqualität integriert werden, die Errichtung eines Ethikbeirats sei für ihn denkbar: „Es kann nicht sein, dass die Ansiedlung eines Unternehmens wie Primark, das seinen Gewinn in Bangladesh auf Basis sehr fragwürdiger Arbeitsbedingungen generiert, im City-Point in rein ökonomischer Betrachtungsweise begrüßt wird, nur weil es dort eine Lücke schließt.“

 

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Standpunkt38 – Braunschweigs OB-Kandidaten im wirtschaftlichen Check (4/5)

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