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2. August 2016
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„Wir möchten eine kleine Revolution aus Braunschweig heraus starten“ (2/4)

Sascha Köckeritz, Leiter der Braunschweiger Privatbank, über das veränderte Anlegerverhalten nach der Finanzkrise, die abnehmende Loyalität gegenüber Banken und Wertanlagen mit Lenkungsfunktion

Die Krise als Chance: "Das ist letztlich auch ein Sieg der Vernunft über die Hoffnung auf unrealistische Renditen." (Foto: Holger Isermann)


Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der Volksbank BraWo?

Mit meinem Kernteam habe ich überlegt, was und in welche Richtung wir etwas verändern können. Da gab es dann einen relativ starken Player in der Region: Die Volksbank BraWo, die sich in vielen Bereichen sehr dynamisch entwickelt hat und das noch heute tut. Auf einer Hochzeit habe ich, damals noch als Leiter der Credit Suisse in Braunschweig, den Vorstandsvorsitzenden Jürgen Brinkmann getroffen. Schnell wurde mir klar, dass wir nach denselben Eigenschaften für eine neue Vertrauenskultur suchen.


Die Volksbank BraWo ist eine Genossenschaftsbank für „die kleinen Sparer“. Passt das überhaupt zum Konzept einer Privatbank für Vermögende?

Unsere Mutter, die Volksbank BraWo, ist keine typische Volksbank. Das war sie sicherlich mal, aber in den vergangenen Jahren waren die Geschäftsausweitungen in den Bereichen Immobiliengeschäft, Projektentwicklung und im Firmenkundenkreditgeschäft enorm. Das hatte zur Folge, dass zum Beispiel ein erfolgreicher Familienunternehmer die Frage stellte, ob man auch die Kompetenz hat, sein Vermögen zu optimieren.


Und Ihre Antwort?

Wir stellen eine ideale Ergänzung dar, und betreuen Unternehmer, vermögende Privatkunden, Top-Führungskräfte oder institutionelle Anleger wie Stiftungen oder Kirchen. Neben unserem Wertekanon können wir im Schulterschluss mit der Volksbank BraWo dabei mit einem weiteren fundamentalen Eckpfeiler punkten. Und zwar mit der Sicherungseinrichtung der Volks- und Raiffeisenbanken. Die hat ein AARating.


Werden Sie von Ihren Mitbewerbern trotzdem unterschätzt?

Im originären Geschäftsgebiet von Braunschweig über Wolfsburg, Salzgitter bis nach Gifhorn werden wir vom Wettbewerb im Bankenbereich sehr ernst genommen. Und national auch. Denn wir wurden kürzlich vom unabhängig wertenden Fuchsbrief, in Verbindung mit dem Dr.-Richter-Institut für Finanzdienstleistungen und Qualitätssicherung aus Hannover, zusammen mit der DZ Privatbank zum besten Vermögensmanager Deutschlands für Stiftungen gekürt. Gerade diesen ist eine Gewinnoptimierung auf realistischer Basis wichtig. Ausgangspunkt war das Anliegen der Flakowski-Stiftung nach einer nachhaltigen Vermögensentwicklung. 36 Banken aus vier Ländern haben dafür Anlageoptionen ausgearbeitet. Wir konnten den ersten Platz belegen und unser Modell war offensichtlich so überzeugend, dass die Stiftung uns ihr Vermögensmandat übertragen hat.


Wie viele Kunden haben Sie aktuell und wie hoch ist das Anlagevermögen der Braunschweiger Privatbank?

Wir sind am 1. April mit sechs Personen gestartet, hatten keinen Kunden und keine Akte im Schrank; wir haben wirklich bei null angefangen. Jetzt arbeiten wir in einem erfahrenen Team von 16 Spezialisten und betreuen knapp 700 Kunden. Das betreute Volumen liegt bei knapp 450 Millionen Euro und wir rechnen damit, dass wir bis zum Jahresende die halbe Milliarde „knacken“ werden.


Wie sehen Ihre Ziele aus?

Unser Ziel ist es, 2018/2019 zwischen 1 und 1,2 Milliarden Euro zu verwalten, quantitativer Marktführer im originären Geschäftsgebiet zu sein und eine qualitative Führungsrolle in Deutschland zu übernehmen. Mit unserem einzigartigen Wertemodell möchten wir eine kleine Revolution im Private Banking aus Braunschweig heraus starten.


Das Ziel von Revolutionen ist in der Regel ein nachhaltiger struktureller Wandel. Wo genau soll der denn stattfinden?

Für uns ist es entscheidend, dass wir unsere besondere Beratungs- und Betreuungsphilosophie in allen Teilen des Anlagegeschäfts stringent realisieren und auch leben. Das fängt bei Beratungsabläufen an, betrifft individuelle Anlagemöglichkeiten, die Verwaltung von Anlagen, transparente Reportings für die Kunden bis hin zur Auswahl geeigneter Mitarbeiter, die auch zu unserem Geschäftsmodell passen. Nur über Qualität wird man langfristig in der Vermögensverwaltung erfolgreich sein, weil die Kunden immer kritischer geworden sind und es schnell merken, wenn Versprechungen nichts mit der hausinternen Realität zu tun haben. Mit unseren Leitlinien kommen wir im Markt hervorragend an. Viele Anleger versichern uns, dass sie auf solche Wertemaßstäbe schon lange gewartet haben und sich wieder aufgehoben fühlen.

 

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"Wir möchten eine kleine Revolution aus Braunschweig heraus starten" – Sascha Köckeritz, Leiter der Braunschweiger Privatbank, über das  veränderte Anlegerverhalten nach der Finanzkrise, die abnehmende  Loyalität gegenüber Banken und Wertanlagen mit Lenkungsfunktion (3/4)

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