Wo sich Tradition und Innovation treffen (2/4)

Als Wirtschaftsstandort überzeugt der Landkreis Goslar mit zentraler Lage, Spitzentechnologien, Weltmarktführern und Tourismus-Attraktionen

Förderbescheid erhalten (von links): Dr. Michael Fooken, Wirtschaftsminister Olaf Lies, die Landtagsabgeordneten Dr. Alexander Saipa und Petra Emmerich-Kopatsch, Dr. Andreas Sieverdingbeck und Professor Daniel Goldmann (TU Clausthal). (Foto: Ernst/TU Clausthal)

120 innovative Prüfsysteme – etwa im Bereich der Hochfrequenztechnik oder Servohydraulik – stehen ihnen zur Verfügung. Hier im Harz ist auch der Sitz der Sympatec GmbH System-Partikel-Technik, die mit mehr als 100 Mitarbeitern nach eigenen Angaben „stetig die Marktführerschaft im Bereich innovativer Produkte für Partikeltechnologie anstrebt“. Sympatec entwickelt, fertigt, vertreibt und betreut Laborinstrumente, die Größe, Form, Verteilung und Konzentration in Produkten und Substanzen messen können. Im Bereich der Material- und Oberflächentechnik sind unter anderem die Automobilzulieferer JL Goslar GmbH – der führende Hersteller von Apparaten und Anlagen aus Blei und Zinn – und die Mann + Hummel GmbH – ein Produzent etwa von Motorkomponenten mit weltweit 16.000 Mitarbeitern – zu nennen. Neuartige Energiematerialien wie Zink-Luft-Batterien entwickelt die Grillo-Werke AG auch in Goslar. Das Unternehmen ist in der Metall- und Chemieindustrie tätig.

Im Landkreis Goslar ist die chemische Industrie traditionell stark vertreten. Die Branche zählt zu den größten Arbeitgebern der Region rund um Goslar und wird durch das erst kürzlich gegründete ,Chemienetzwerk Harz‘, das im August seine Arbeit aufnehmen wird, noch weiter gestärkt und an Bedeutung zunehmen“, erzählt die Erste Kreisrätin Regine Körner. Die knapp 100 Jahre alte H.C. Starck GmbH mit Sitz in Goslar ist hier heute der größte Arbeitgeber. Im Jahr 2015 waren rund 1.600 Mitarbeiter an Standorten von H.C. Starck in Deutschland beschäftigt  – etwa zwei Drittel davon in Goslar. Kern des auch international tätigen Unternehmens sind Refraktärmetalle, also hochschmelzende Metalle mit einem Schmelzpunkt über 2.000°C – vor allem Wolfram, Tantal und Niob. Das Wolframpulver von H.C. Starck kommt in einer Vielzahl von Endindustrien zum Einsatz, wie zum Beispiel in der Automobilindustrie, im Berg- und Straßenbau, in der Luftfahrt, im Maschinenbau, als auch im Bereich Öl und Gas. Und die Division Tantal ist weltweit der führende Anbieter von Tantal-Kondensatorenpulvern, deren Anwendung sich zum Beispiel in den meisten Smartphones wiederfindet. Die dritte Pulverdivision Surface Technology & Ceramic Powders bietet mit keramischen Pulvern, verdüsten Metallpulvern und thermischen Spritzpulvern ein einzigartiges Produktportfolio, das beispielweise in Gasturbinen, Clean Energy Technologies, in der Öl- und Gasindustrie sowie in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommt. Am Standort Goslar sind alle drei Pulverdivisionen tätig. „Eine solche Konzentration von Experten und Knowhow auf diesem Gebiet ist wohl einzigartig auf der ganzen Welt“, teilt das Unternehmen mit. Zusätzlich ist der Standort Goslar das Herz des Recyclings von Wolframschrotten. Bereits heute deckt H.C. Starck einen Großteil seines Rohstoffbedarfs durch Recycling verschiedener Schrotte ab. H.C. Starck schätzt an der Region Goslar – neben der Forschung und Ausbildung von Fachkräften durch die TU Clausthal – die „langjährig erprobten und funktionierenden Netzwerke.“ Um an Fachkräfte zu gelangen, setzt das Unternehmen nicht allein auf finanzielle Anreize, sondern bietet auch ein hoch innovatives Arbeitsumfeld. „Durch unsere Nachwuchskräfte bekommen wir laufend neuen Input und Know-how“, betont das Unternehmen.

 

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