Zucker ist ein Genussmittel (2/3) - Standort38
2. September 2013
uncategorized

Zucker ist ein Genussmittel (2/3)

Hartwig Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Nordzucker AG, im Interview

Die Akzeptanz der Standorte in der Bevölkerung ist Hartwig Fuchs wichtig. (Foto: Christian Göttner)


Planen Sie die Errichtung weiterer Zuckerfabriken?

Neue Zuckerfabriken in Europa sind wenig wahrscheinlich. Für die Zukunft wollen wir an unseren Standorten festhalten und die hohen Standards in Richtung Effizienz und Nachhaltigkeit weiter ausbauen. Glücklicherweise genießen unsere Standorte eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Das ist uns enorm wichtig. Angesichts unserer heutigen Marktposition haben wir eine gute Basis, sich auftuende Wachstumschancen innerhalb Europas zu nutzen. Allerdings findet die Nachfragesteigerung nach Zucker außerhalb Europas statt und auch hier schauen wir uns intensiv um.


Ihren Erfolg haben Sie der Zuckerrübe zu verdanken. Eine landwirtschaftliche Kulturpflanze, die Kohlendioxid aufnimmt, Sauerstoff abgibt und natürlichen Zucker speichert. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für Ihr Unternehmen?

Wir produzieren ein landwirtschaftliches Produkt, bei dem wir im Sinne von Nachhaltigkeit und Nachverfolgbarkeit alle wichtigen Informationen für den Verbraucher liefern können. Wir wissen, welche Rübenlieferung wann und von welchem Landwirt kommt und auch, wann er die Zuckerrüben ausgesät und geerntet hat. Bestimmt wissen unsere Anbauberater, die sehr eng mit den Rübenanbauern zusammenarbeiten, noch viel mehr (lacht). Unser Zucker ist einfach ein auf regionalen Rohstoffen basierendes Lebensmittel, verarbeitet in Fabriken in der Region, von Menschen, die hier leben, hier ihren Arbeitsplatz haben und die Rübe wird dabei fast rückstandsfrei und komplett verwertet.


Nordzucker konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro steigern. Was sind die Gründe für diese positive Entwicklung?

Wir haben 2009 und 2010 weltweit weniger Zucker produziert, als verbraucht worden ist. Das heißt, die weltweiten Lagerbestände wurden reduziert, was hohe Preise in den darauffolgenden Jahren zur Folge hatte. Importe in die EU, die zur Deckung des Bedarfs notwendig waren, sind außerdem nicht gekommen. Das hat das Preisniveau nach oben bewegt. Gleichzeitig haben wir im Unternehmen viel verbessert Stichworte effizientes Produzieren und Kostenmanagement. Wir haben auch unsere Entscheidungswege im Hinblick auf rasches Reagieren auf Marktveränderungen verbessert. So kam im Rekordjahr 2012 alles hervorragend zusammen. Dieses herausragende Spitzenergebnis werden wir in diesem Jahr nicht erreichen.

 


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„Zucker ist ein Genussmittel“ – Hartwig Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Nordzucker AG, im Interview (3/3)

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