Der diskrete Charme des Geldes

Das Braunschweiger Bankhaus Löbbecke betreut vermögende Kunden. Das Anlagevolumen ist kräftig gewachsen.

Foto: Tilman2007/Wikimedia

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VW macht es möglich. Vor allem dank des hohen Einkommensniveaus, das der Autobauer bietet, ist unsere Region ein begehrter Marktplatz für das sogenannte Private Banking. Gemeint ist die Betreuung vermö gender Kunden. Das Geschäft ist so attraktiv, dass es auch von Instituten wie der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg oder den Sparkassen bearbeitet wird, von Banken also, die eigentlich ganz andere Kundengruppen im Blick haben. Ein Institut, das schon lange auf diesem Feld spielt, ist das 1761 in Braunschweig gegründete Bankhaus Löbbecke.

Nach außen tritt das Institut sehr zurückhaltend auf. Diskretion, das bestätigt Abteilungsdirektor René Laux, ist ein zentrales Gebot. Eigenständig ist das Bankhaus Löbbecke allerdings schon lange nicht mehr. 2003 wurde die damalige Aktiengesellschaft von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg gekauft und 2016 mit dem neuen Mutterhaus verschmolzen. Geblieben ist der Name. Die Warburg-Bank ist in ganz Deutschland tätig und verwaltet nach eigenen Angaben Vermögen in Höhe von rund 50 Milliarden Euro. Wie Laux erläutert, arbeiten in Braunschweig sieben Beschäftigte für das Bankhaus, mindestens zwei sollen noch hinzukommen. Der Stammsitz in der Braunschweiger Innenstadt soll im nächsten Frühjahr aufgegeben, eine neue Dependance am gediegen-bürgerlichen Rand der Innenstadt bezogen werden. „Wir betreuen Kunden in einem Radius zwischen Celle und Goslar, Magdeburg und Peine“, sagt Laux. Wie viele Kunden es genau sind, bleibt sein Geheimnis. Diskretion eben.

Ab 20.000 Euro geht es los

Aufgeteilt ist das Geschäft in drei Segmente: Private Banking, Vermögensverwaltung und Firmenkunden. „In Braunschweig und Umgebung sind wir in allen drei Geschäftsfeldern zusammen in den vergangenen Jahren im Anlagevolumen um mehr als 50 Prozent gewachsen“, sagt Laux. Das größte Geschäftsfeld ist nach seinen Worten das Private Banking, dort gebe es auch das größte Wachstum. Betreut werden wohlhabende Privatkunden. Los gehe es ab einem Vermögen von 20.000 Euro, das dann aber nur in einer rein digitalen Betreuung. Mit zunehmenden Anlagevermögen steige auch die Intensität der persönlichen Betreuung. Im zweiten Geschäftsfeld Vermögensverwaltung werden ebenfalls wohlhabende Privatkunden, aber auch Stiftungen betreut, sowie Betriebsvermögen verwaltet. „Die Obergrenze für die regionale Betreuung liegt bei einem Anlagevolumen von 20 Millionen bis 25 Millionen Euro“, sagt Laux. Noch höhere Vermögen würden von der Hamburger Zentrale verwaltet.

René Laux, Direktor des Braunschweiger Bankhauses Löbbecke. Foto: Andreas Schweiger
René Laux, Direktor des Braunschweiger Bankhauses Löbbecke. Foto: Andreas Schweiger

„Wir betreuen Kunden in einem Radius zwischen Celle und Goslar, Magdeburg und Peine“

Um das Geschäftsfeld zu stärken, werde die Warburg-Bank in den nächsten Monaten 75,1 Prozent der Vermögensverwaltungsgesellschaft der Nord-LB übernehmen, sagt er. Das dritte Geschäftsfeld Firmenkunden hat als Zielgruppe Unternehmer und Firmen. „Unternehmen betreuen wir von der klassischen Mittelstandsfinanzierung bis zum Börsengang“, sagt Laux. Das Institut könne seine Kunden zudem zu Anleihen, Unternehmensverkäufen, -übernahmen und Nachfolgeregelungen beraten. Befragt zu den nächsten Zielen, nennt Laux Wachstum. Die Chance dafür biete sich in allen drei Geschäftsfeldern. Laut werben wird das Bankhaus aber wohl nicht, das Private Banking ist vor allem ein Empfehlungsgeschäft von Kunde zu Kunde. Es bleibt also auch in Zukunft diskret.

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