Der Schreibtisch von Stefan Elstermann

Geschäftsführer von Polstermöbel Rokohl

Stefan Elstermann, Geschäftsführer von Polstermöbel Rokohl. Foto: Ptivat

Stefan Elstermann, Geschäftsführer von Polstermöbel Rokohl. Foto: Ptivat

Ob Großmutters alte Truhe auf dem Dachboden, alte Holzstühle auf Flohmärkten oder antik anmutende Sessel zum Schnäppchenpreis: Auch wenn viele Möbelstücke auf den ersten Blick ihre beste Zeit hinter sich haben, geben wir ihnen heute vermehrt eine zweite Chance. Denn nachhaltiges Denken wird zunehmend in allen Bereichen des Lebens präsenter. So ergibt es auch bei der Einrichtung Sinn, einen Restaurator hinzuzuziehen. Bereits seit 70 Jahren ist Polstermöbel Rokohl als Polstermöbelexperte in Braunschweig ansässig – mittlerweile in der dritten Generation. Geschäftsführer Stefan Elstermann, Fachmann für Restaurierungen und Neuerungen von Sitzgelegenheiten, gab uns einen Einblick in seine Arbeitswelt.

Das Möbelgeschäft mit angeschlossener Polsterei gründet Schöpfer Anton Rokohl 1948 zunächst am Altewiekring. Seniorchef Peter Elstermann kommt 1964 als Angestellter dazu – bis er das Geschäft 1980 vollständig übernimmt. Der Anspruch, nachhaltige und individuelle Lösungen zu kreieren, führt schnell zu Erfolg – und räumlicher Knappheit, sodass Rokohl Polstermöbel expandiert und in die Gliesmaroder Straße zieht. „Seither hat sich im Laufe der Jahrzehnte natürlich einiges verändert“, blickt Elstermann auf die Arbeit seiner Vorreiter zurück. Heute leitet der Braunschweiger ein achtköpfiges Team und betreut neben Privatkunden auch Geschäftskunden. Dass er in die Fußstapfen seines Vaters treten will, habe er bereits mit acht Jahren gewusst. „Ich geh zu Papa, Stühle machen, hieß es immer.“ Später lehrt ihn sein Vater das traditionelle Handwerk und anschließend absolviert er die Meisterprüfung in Oldenburg. Im Jahr 2000 übernimmt Stefan Elstermann die Geschäftsführung des Unternehmens und bearbeitet seitdem auch weitaus größere Projekte. Mit namhaften Architekten und Tischlern verwirklicht Rokohl Polstermöbel einige Großprojekte und zaubert ganz besondere Glanzstücke für das Rathaus. „Wir haben alte Stil Stühle restauriert und mit dem Braunschweiger Wappen verziert.

Eine bunte Stoffauswahl erwartet die Kunden bei Polstermöbel Rokohl. Foto: Derya Özlük
Eine bunte Stoffauswahl erwartet die Kunden bei Polstermöbel Rokohl. Foto: Derya Özlük

Das war eine Heidenarbeit“, sagt Elstermann: „Jetzt stehen die prunkvollen Stühle für Ehrengäste bereit, die sich in das goldene Buch der Stadt eintragen dürfen.“ Stolz hinterlässt das Unternehmen auch Spuren in einigen Arztpraxen Braunschweigs: Dabei stellen sie sich im Design und der komplexen Anfertigung jeder Herausforderung. Elstermann: „Das ist anders, als ein paar einfache Wartezimmerstühle mit einem simplen Metallgestell herzustellen.“ Seine Leidenschaft für die Polsterei und seinen Beruf zeigt sich insbesondere, wenn Zeit und Budget der Aufträge knapp sind. „Es gibt oft Stücke, da stecken so viel Arbeitszeit und Kosten hinter, da können sie sich genauso gut eine neue Garnitur kaufen“, erzählt Elstermann. „Wenn das Budget des Kunden nicht reicht, dann hören wir nicht abrupt auf zu arbeiten. Denn wenn es raus geht, muss es hundertprozentig sein.“ Mit der Ambition der Müllvermeidung empfiehlt er seinen Kunden, bereits beim Kauf auf mehr Qualität zu achten. „Gerade Einrichtungsmöbel sind Dinge, die man nicht ständig wechselt“, sagt der Geschäftsführer und kritisiert das für ihn ominöse Konsumverhalten der Gesellschaft. Da möchte Familie Elstermann bewusst gegensteuern: „Wir können nicht immer ein zweifaches oder dreifaches der Ressourcen verbrauchen, die die Erde hergibt – das geht einfach auf Dauer nicht!“ Leben und leben lassen, war das Motto des Rokohl-Gründers – und das lebt Familie Elstermann fort.

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