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„Ich dachte erst, was soll ich mit einer Autoglaserei?“

Mit viel Engagement und ihrer Hands-on-Mentalität hat Maike Schmidt sich in einer Männerdomäne und ihre beiden Scheiben-Doktor-Filialen in Wolfsburg und Gifhorn etabliert

Maike Schmidt, Geschäftsführerin. Foto: Stephanie Link

Maike Schmidt, Geschäftsführerin. Foto: Stephanie Link

Eine Werkstatt in leuchten dem Gelb, im Kontrast ein knallig roter Schriftzug – es ist unverkennbar der Schei ben-Doktor. In Wolfsburg erst malig von Dirk Wiechel im – – – Jahr 1988 gegründet, entwickelt sich der Autoglaserei-Betrieb in kurzer Zeit zum Franchise-Unternehmen. Seither sind deutschlandweit mehr als 300 Standorte vertreten, darunter zwei in der Region. Die Filialen in Wolfsburg und Gifhorn liegen seit fünf Jahren in der Verantwortung von Maike Schmidt: Eine spannende Frau, die sich mit ihren Betrieben aktiv sozial engagiert und die sich in einer männerdominierten Branche nicht nur etabliert, sondern auch bewiesen hat.

Noch immer ist die Autoglasbranche eine Männerdomäne: Wer sich auf den Branchenevents oder in den Werkstätten umschaut, sieht kaum Frauen. Das beobachtet Schmidt selbst erst kürzlich wieder auf einer Tagung des Bundesverbandes. „Das hat mich nie eingeschüchtert oder verunsichert“, sagt sie – im Gegenteil: Im Alltag packe sie auch gerne selbst mit an. „Wenn Not am Mann ist, wechsele ich auch mal eine Scheibe mit aus – da bin ich flexibel.“ Die Mittendrin-Perspektive ermöglicht es ihr sowohl an den bürokratischen und organisatorischen Aufgaben als auch direkt im handwerklichen Betrieb aktiv mitzuwirken. So werden die Kernkompetenzen wie die zwischenmenschliche Kommunikation und betriebliche Planung gestärkt. „Wenn man nicht einmal selber auf der Fläche ist, dann ist es schwierig in den Tagesplan der Mitarbeiter einzugreifen“, begründet sie.

Geld-Rote Anziehung

Die gelernte Industriekauffrau arbeitet von 1998 bis 2010 zunächst als Franchise-Managerin beim Scheiben-Doktor, wechselt anschließend für knapp drei Jahre ins BZV Medienhaus, um als Verkaufsleiterin tätig zu sein – und kommt letztendlich zu dem persönlichen Entschluss: „Für einen Konzern mit Hierarchien und Strukturen bin ich einfach nicht geschaffen.“ Kurzfristig bietet sich ihr die Chance, als Franchisenehmerin zwei Scheiben-Doktor-Filialen in Wolfsburg und Gifhorn zu übernehmen. „Erst dachte ich mir, was soll ich mit einem Autoglaserei.“ Doch dann entschließt sich Schmidt im Jahr 2013 schließlich doch zuzugreifen. „Die Selbstständigkeit ist immer ein Risiko. Aber dass es schief gehen kann, daran habe ich keinen Gedanken verschwendet und es einfach gewagt“, so Schmidt.

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