Mehr als nur Optik

Wichmann Hörgeräte und Brillen in Peine expandiert und wird zum Zentrum innovativer Techniklösungen in der Gesundheitsvorsorge

Foto: Derya Özlük

Foto: Derya Özlük

Der Fokus liegt auf unserer Gesundheit: Dabei gilt die Künstliche Intelligenz (KI) inzwischen vielen als Heilmittel der Zukunft und verspricht ein einfacheres, gesünderes und sicheres Leben. Welches Potenzial KI für Brillen und Hörgeräte bietet, wollten wir vom Geschäftsführer-Duo Nils und Detlef Pfliefke wissen. Bei Wichmann Hörgeräte und Brillen in Peine sprachen wir über innovative Maßnahmen zur Verbesserung der Seh- und Hörfunktion sowie das neue Geschäftskonzept.

Gegründet wurde Wichmann Brillen und Hörgeräte im Jahr 1896. Während der 1980er Jahre ist Detlef Pliefke dort Geselle, verlässt allerdings das Unternehmen zunächst für sein Studium und sammelt praktische Erfahrungen als Angestellter und Selbstständiger in der Branche. Knapp 20 Jahre später verschlägt es ihn schließlich wieder zurück und er übernimmt die Leitung des Betriebs. Als Teilhaber ergänzt mittlerweile sein Sohn Nils Pliefke die Leitung: Ähnlich wie der Vater sucht er nach der Ausbildung bei Wichmann außerhalb nach neuen Herausforderungen; absolviert seinen Meister als Hörakustiker und Augenoptiker. „Mit neuer Energie und neuen Ideen kam er wieder zurück und sagte, dass er sich vorstellen kann, mit mir zusammen nochmal Gas zu geben. Das fand ich toll“, erinnert sich Detlef Pfliefke – auch wenn diese Entscheidung eine große Veränderung bedeutete. Der junge Geschäftsführer überzeugte seinen Vater von der Idee eines größeren Seh- und Hörzentrums mit den Schwerpunkten Innovation und Gesundheitsvorsorge.

Mehr Raum für Gesundheit

Ein zweiter Standort soll künftig mit technischen Innovationen umfassende Vorsorgemaßnahmen rund um das Sehen und Hören ermöglichen und Engpässe bei der Versorgung kompensieren. „Wir verstehen uns als ergänzendes Angebot zu den Vorsoreuntersuchungen der Ärzte“, erzählt Nils Pfliefke. „Etliche Kunden scheuen die längeren Terminvergaben, beispielsweise für Screeninguntersuchungen. Hier können wir einspringen und bei Auffälligkeiten auf eine ärztliche Untersuchung drängen.“ Dabei sind die unmittelbare Nähe zum Ärztehaus und ein eigener Parkplatz insbesondere für ältere und eingeschränkte Menschen von Vorteil. Auch in Sachen Gestaltung gibt Nils Pfliefke dem Traditionsbetrieb neue Impulse: So ist eine hauseigene Werkstatt geplant, die vom Schaufenster aus einen Einblick in die Produktion gestattet. „Transparenz schafft Vertrauen – ähnlich wie eine offene Küche im Restaurant.“ Mit einer Gesamtfläche von knapp 600 Quadratmetern will der Optiker und Akustiker noch im Dezember 2018 in edlem Design neu eröffnen.

Vorsorge 4.0

Bereits heute bietet das Unternehmen modernste Verfahren an: Von neuen Screeninguntersuchungen zur Augengesundheit über Visualtrainings bis hin zu Sehschärfenüberprüfung nach neuester 3D-Technik. Auch in der Akustik gibt es solche Innovationen. „Nächstes Jahr kommen Hörgeräte mit künstlicher Intelligenz auf dem Markt“, so Nils Pfliefke. „Sie sind beispielsweise im Stande zu bemerken, wenn ihr Träger stürzt. Ist das Gerät mit einem Smartphone gekoppelt, kann es dann eine Benachrichtigung an eine hinterlegte Person versenden, die schnell handeln kann.“

Von Vater zu Sohn

In absehbarer Zeit plant Detlef Pfliefke, sich mehr aus der Geschäftsführung zurückzuziehen. „Aber es wird sicherlich noch Bereiche geben, in denen ich mich weiterhin nützlich machen kann.“ So wird das Geschäft in der Breiten Straße weiter bestehen bleiben – jedoch mit dem Schwerpunkt auf Mode und Design. „Bei mir gibt es dann eher die Brille to go“, scherzt der 63-Jährige, während Nils Pliefke bereits das nächste Ziel vor Augen hat: „Mein Traum ist es, mehrere Sehzentren aufzubauen. Das Thema ist einfach zu wichtig: Wir haben nur zwei Augen und auf die müssen wir aufpassen.“

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